Live-Streaming in China | ein 5 Millarden Dollar Markt

Über Plattformen wie YY schauen 350 Millionen Chinesen regelmäßig Livestreamern zu, wie sie singen, kochen oder sie einfach an ihren Leben teilhaben lassen.
Als Zuschauer kann man durch Livechat oder virtuelle Geschenke partizipieren. Fans kommen hier ihren Stars besonders nahe und tauschen sich mit ihren aus. Es ist interaktiv, daher füllt man sich nicht mehr alleine beim Schauen von Videos, sonst man ist Teil einer Gruppe – einer Community.

hier ein Video von „Vice News“ zu diesem Themen

Aber die Interaktion mit dem Streamern ist nicht der einzige Grund, warum Live-Streaming bei Chinesen so beliebt ist.
Mit der Einkind-Politik gibt es mehr Männer als Frauen im Land, daher sind viele junge Männer ohne Frau und suchen einen Ersatz. Zudem sind Pornos und  pornografische Darstellungen verboten bzw. besonders eingeschränkt.
Daher bemühen sich die streamenden Chinesinnen besonders, ihre männlichen Zuschauen an den Bildschirmen zu halten. Zwar gibt es nicht viel Haut zu sehen, da man sonst abgestraft wird, aber seine Zuschauen ins Fitnessstudio zu führen und dabei ein knappes Sportoutfit zu tragen, geht in Ordnung.

In China ist das Livestreaming professionalisiert, sodass viele Streamer bereit davon leben können. Angefangen hat alles im Jahr 2008.
Die Branche befindet sich in einer Goldgräberstimmung. Letztes Jahr lagen die Umsätze in China allein bei ca. 5 Milliarden Dollar. Je nach Intensität und Publikum, können Live-Streamer zwischen 2.000 Dollar und 20.000 Dollar im Monat verdienen.
Ein Beispiel: Die 23 Jahre alt Huan Huan fängt bereit früh am Morgen an zu streamen und filmt sich beim täglichen Training im Fintessstudio. 440.000 Menschen sehen ihr dabei Live zu, die meisten Männer. Ihr Geld verdient sie durch virtuelle Geschenke, die dann für Geld eingetauscht werden können.

Gemanaged werden die viele Live-Streamer in China durch Agenturen, die dann wiederum einen Anteil an den Gewinnen für sich behalten.
Das Interesse, Livestreamer, häufiger Livestreaming, zu werden ist groß. Daher wird nach Aussehen und Talent ausgewählt.
Große Anbieter müssen neuerdings auch Lizenzen vom Staat erhalten, die bestimmen, was gestreamed werden darf und was nicht.