Studie der Bundesnetzagentur zur Übertragungsgeschwindigkeit im Internet

Ist die beworbene Internetverbindung immer so schnell, wie es der Anbieter verspricht? In der Studie der Bundesnetzagentur wurden die mobilen und stationären Bandbreitanschlüsse durch die Nutzer gemessen und die Ergebnisse zusammengetragen.
Kurz schon einmal vorweg: Zumeist wird das Maximum der vertraglich festgelegten Übertragungsrate nicht erreicht.

Bundesnetzagentur Studien Internetverbindung

Ethernet-Switch (Quelle: pixabay.com)

Zur Studien für Internetgeschwindigkeit

Die Datengrundlage der durchgeführten Messung sind Stichproben von Kunden, die auch motiviert waren, an dieser Breitbandmessung teilzunehmen.

Berücksichtigt wurden bei der Messung ca. 106.000 stationäre Breitbandanschlüsse (106.159/Anzahl valider Messungen) und knapp 54.000 mobile Breitbandanschlüsse (53.651/Anzahl valider Messungen).

Gemessen wurde bei den Mobilfunkkunden von September 2015 bis September 2016.

Kundenzufriedenheit

stationäre Breitbandanschlüsse

Es zeigt sich, dass die Zufriedenheit der Kunden einhergeht mit der Datenübertragungsrate.
Kunden in den unteren Klassen ( 2-8 Mbit/s) sind im Schnitt weniger zufrieden mit den vertraglich vereinbarten Übertragungsraten, als Mobilfunkkunden, denen mehr zusteht. Eine höhere Kundenzufriedenheit wird bei den oberen Bereichen mit Raten bis 200-500 Mbit/s erfasst.

Regionale Unterschiede bei der Kundenzufriedenheit mit dem Mobilfunkvertrag bestehen aber nur im geringen Maße. Die Verteilung ist auf dem Land, wie auch in der Stadt relativ gleich.

Mobile Breitbandanschlüsse

Anders als bei den stationären Anschlüssen, sind die Kunden wesentlich zufriedener mit den mobilen Anschlüssen.
Die größte Zufriedenheit wird bei Übertragungsraten ab 100 Mbit/s gemessen.
Kaum Unterschiede wurden auch bei der regionalen Kundenzufriedenheit beim mobilen Netz festgestellt.

Übertagungsraten für stationäre Anschlüsse

Die maximal eingehaltene Datenübertragung wurde durch die Nutzer im Download und Upload gemessen.

Im Download erhielten nur 12,4 % der Mobilfunkkunden die vereinbarte Datenübertragung (100% Leistung).
Knapp 71 % der Nutzer bekommen mindestens 50% der vertraglich vorgesehenen maximalen Datenübertragungsrate. Die Hälfte der Kunden bekommen 60% oder mehr der maximalen versprochenen Datenübertragungsrate.

Unterschiede der vertraglich festgelegten Übertragungsraten sieht man an den Bandbreiteklassen. Einige Klassen sind nach den Messungen näher an den vertraglich festgelegten Leistung im Download als andere.

Ein wichtiger Faktor für die Internetgeschwindigkeit ist natürlich die bereitgestellte Technologie. Anschlüsse über Glasfaser sind schneller, als es bei ADSL-Anschlüssen der Fall ist.
Ebenfalls muss auch die gleichzeitige Nutzung eines Netzes, da dadurch die maximale Datenübertragungsrate eines Nutzers geringer ausfällt.

Die Downloadgeschwindigkeiten sind laut den Messung abhängig von der Tageszeit.
Vor allem bei den höheren Bandbreiteklassen ( ab 100 Mbit/s bis 500 Mbit/s) konnten starke Schwankungen bei der gemessenen Übertragungsrate festgestellt werden.
Zur Klasse von 200 Mbit/s bis 500 Mbit/s:
In den Morgenstunden konnte in ca. 90% der Fälle die Maximalgeschwindigkeit eingehalten werden. Nach 9 Uhr fallen diese Werte und erreichen zwischen 18 Uhr und 21 Uhr bei ca. 50% ihr Minimum. Danach steigt die Übertragungsrate wieder.

Klassen mit geringeren Raten haben geringere Abweichungen über den Tag.

Bei den Ergebnissen im Upload verhält es sich ähnlich. Hier erhalten nur knapp 10% der Mobilfunkkunden auch 100% der vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate.
Im Tagesverlauf sind auch wieder Differenzen zu spüren, jedoch fallen die Unterschiede geringer aus, als man es im Download gemessen hat.

Mobile Anschlüsse im Download und Upload

Für mobile Breitbandanschlüsse liegt die maximale Datenübertragungsrate für ca. 70% der Nutzer bei unter 30%. Deutlich niedriger als bei den stationären Nutzern, wo dieser Wert bei 50% lag.

Gerade bei den höheren Breitbandklassen ( ab 100 Mbit/s) wurde laut der Studie nur ein geringer Prozentsatz der maximalen Datenrate erreicht.

Verhältnis Kundenzufriedenheit und Datenübertragungsrate

Nutzer sind insgesamt zufriedener, wenn die versprochene, maximale Übertragungsrate auch zu einem höheren Prozentwert eingehalten werden.

Größere Unterschiede sind vor allem bei den mobilen Anschlüssen festzustellen, da zwar weniger Nutzer die maximale Performance bekommen, aber dennoch eine größere Zufriedenheit festzustellen ist, als es bei den stationären Anschlüssen der Fall ist.
Bei den Angaben zur Zufriedenheit sehen die Kunden eher die Verfügbarkeit der Performance im Mittelpunkt und weniger die versprochene Übertragungsrate der Daten.

Neue Technologie, wie etwa Lifi, könnten die Internetgeschwindigkeit verbessern.

Quelle: breitband messung – Jahresbericht 2015/16 (Bundesnetzagentur)

Den kompletten Bericht gibt es als PDF (Umfang 188 Seiten).

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